21.01.2026

Benchmark: 100 Websites von Wirtschafts­prüfungs­gesellschaften im Vergleich

Wir haben 100 Websites von Wirtschaftsprüfungsgesellschaften analysiert. Nicht nach Design, sondern nach Wirkung. Der Benchmark zeigt, warum viele Kanzlei-Websites zwar seriös wirken, aber weder Vertrauen systematisch aufbauen noch Akquise, Recruiting oder digitale Zusammenarbeit wirksam unterstützen.

Warum diese Analyse?

In Beratungsgesprächen zeigt sich ein wiederkehrendes Muster:
Die Website wirkt seriös, aber sie überzeugt nicht – und sie entlastet auch nicht.


Eine Wirtschaftsprüfer-Website muss heute drei zentrale Aufgaben erfüllen:

  • Vertrauen schaffen: Belege statt Floskeln.

  • Anfragen in Erstgespräche verwandeln: Klare Conversion, nicht nur „Kontaktformular“.

  • Service und Prozesse digitalisieren: Portale, Tools, transparente Abläufe.

Oft kommt ein vierter Anspruch hinzu:

  • Talente gewinnen: Recruiting ist für viele Kanzleien zentral.

Fehlt eine dieser Aufgaben, kostet das Zeit, Mandate oder Bewerbungen.

Bewertungsmethodik

Wir haben pro Website die wichtigsten Bereiche geprüft:
Startseite, Leistungen, Kontakt, Karriere, Insights/News und Mandantenservices (falls vorhanden).

Die Bewertung erfolgte anhand einer praxisnahen Scorecard:

  • Positionierung: Für wen? Welche Unternehmensgrößen? Branchen? Spezialisierungen?

  • Vertrauen: Sichtbares Team, klare Kompetenzen, Qualitätsnachweise, Publikationen, Netzwerke, Transparenz, Compliance, Pflichtangaben.

  • Conversion: Klare Handlungsaufforderungen, Termin- oder Rückrufoption, geringe Hürden, sichtbare Kontaktwege, greifbare Ansprechpersonen.

  • Content: Aktuell, nutzenorientiert, klar eingeordnet, auffindbar.

  • Digitale Services: Portale, Uploads, Workflows, Sicherheit und Ablauf verständlich erklärt.

  • Recruiting: Karriereseiten, Employer Proof, schnelle Bewerbung, Einstiege nach Zielgruppen.

Wichtig: Es geht nicht um Design, sondern um den Business-Check.

Wer systematisch plant, startet mit einer klaren Digitalstrategie.

Must-haves für eine starke Wirtschaftsprüfer-Website

Must-haves für eine starke Wirtschaftsprüfer-Website

  • Positionierung in 10 Sekunden

    Mandantinnen und Mandanten wollen sofort erkennen, ob die Kanzlei zu ihnen passt. Das gelingt, wenn diese Fragen direkt beantwortet werden:

    • Für welche Unternehmensgrößen arbeiten Sie?

    • Welche Branchen decken Sie ab?

    • Was sind Ihre Schwerpunktthemen? (z. B. ESG/CSRD, IT Audit, Valuation, M&A, Non-Profit)

    Praxischeck: Erkennt ein CFO nach 15 Sekunden auf der Startseite, warum Sie relevant sind, wofür Sie stehen und wie der nächste Schritt aussieht?

  • Trust-Assets als Beweis

    Kompetenz zu behaupten reicht nicht – sie muss belegt werden:

    • Sichtbares Partner- und Teamprofil mit klaren Kompetenzfeldern

    • Qualitätsnachweise und Zertifikate

    • Transparente Compliance (Berufsrecht, Hinweisgebersystem, falls relevant)

    • Publikationen, Vorträge, Fachbeiträge

    • Netzwerk und Internationalität, wenn relevant

    Trust-Assets überzeugen durch Konkretheit, nicht durch Lautstärke.

  • Klarer Next Step (Conversion)

    Viele Websites enden mit einem Kontaktformular – das ist zu wenig.
    Besser sind:

    • „Telefontermin vereinbaren“

    • „Rückruf anfordern“

    • „Erstgespräch buchen“

    • „Kurzes Kennenlernen: 15 Minuten“

    Dazu: Ansprechpartner, Telefonnummer, Standort – direkt sichtbar, ohne Umwege.
    Wer die Kontaktstrecke als Funnel denkt, setzt auf Inbound. Mehr dazu im Bereich Inbound Marketing.

  • Digitale Zusammenarbeit als Nutzenversprechen

    Digitale Zusammenarbeit ist kein reines Technikthema, sondern ein Mehrwert für Mandantinnen und Mandanten:

    • Wie sicher ist der Datenaustausch?

    • Wie läuft die Zusammenarbeit ab?

    • Wie viel Aufwand wird gespart?

    Portale, Upload-Bereiche oder DATEV-Workflows sollten als Vorteil klar kommuniziert werden – nicht als versteckter Login.
    Stehen dahinter Prozesse oder Portale, wird aus der Website eine Anwendung. Siehe Webanwendungen.

  • Content, der Kompetenz zeigt

    Content ist bei Wirtschaftsprüfer-Websites kein Dekor, er ist Vertrauensbeweis.


    Was funktioniert:

    • Kurze FAQ-Artikel („Was bedeutet X für meinen Abschluss?“)

    • Leitfäden und Checklisten („Prüfungsvorbereitung in 10 Schritten“)

    • Einordnung von Neuerungen (z. B. E-Rechnung, CSRD/ESRS)

    • Event- und Webinarformate

    Texte sollten nutzenorientiert geschrieben sein – nicht wie Gesetzeskommentare. Zu abstrakte Texte sind ein UX-Thema. Mehr dazu unter UX-Writing.

  • Recruiting als eigene Erlebniswelt

    Karriere ist oft genauso präsent wie Leistungen – zu Recht.


    Recruiting funktioniert digital besser, wenn: 

    • Einstiegspfade für verschiedene Zielgruppen existieren (Berufseinsteiger, Seniors, Partner)

    • Benefits konkret genannt werden (nicht nur „flache Hierarchien“)

    • Die Bewerbung schnell und unkompliziert möglich ist

    • Echte Einblicke ins Team, den Arbeitsalltag und Entwicklungsmöglichkeiten gegeben werden

Sechs Website-Archetypen aus dem Benchmark

  1. Die „Broschüre“ Seriös und korrekt, aber passiv. Risiko: Kaum Differenzierung, geringe Conversion. Typisch: Leistungen als Liste, CTA nur im Footer, wenig Proof.

  2. Recruiting-first Karriere im Fokus, Mandantenpfad nachrangig. Chance: Wachstum. Risiko: Akquise bleibt Zufall. Typisch: Viel Employer Branding, keine klare Mandantenreise.

  3. Branchen-Spezialist Branchenlogik prägt Navigation und Content. Vorteil: Schneller Fit, hoher Trust, bessere Leads. Typisch: Branchen-Landingpages, Cases, klare Themen.

  4. Plattform-Kanzlei Portal, Workflows und digitale Zusammenarbeit als Produkt. Vorteil: Effizienz und Differenzierung. Wirkt modern, skalierbar, sicher. Typisch: „So arbeiten wir“ sichtbar und konkret.

  5. Thought Leader Content-Hub, Formate, Studien, Benchmarks. Vorteil: Trust vor dem Erstgespräch. Ergebnis: Bessere Mandate, weniger unpassende Anfragen. Typisch: Einordnung statt News-Ticker.

  6. Produktisierte Microsite Ein Angebot als Produkt mit klaren Schritten und Funnel-Logik. Vorteil: Skalierbare Anfragen, weniger Erklärungsbedarf. Typisch: Eine Leistung, ein Prozess, ein CTA.

coma AG Martin Kirmaier

„Die meisten Auftritte wirken seriös. Das Problem: Seriös allein gewinnt keine passenden Mandate. Wer Positionierung, Trust und Conversion sauber verzahnt, macht aus der Website ein echtes Wachstumstool.”

Martin KirmaierVorstand, coma AG

Die 10 häufigsten Schwächen (und warum sie weh tun)

  1. Keine klare Positionierung („Wir machen alles“)

    Mandanten erkennen nicht sofort, ob Sie „für sie“ sind. Ergebnis: weniger passende Leads.

  2. Leistungen ohne Nutzen (zu abstrakt, zu juristisch)

    Klingt korrekt, überzeugt aber nicht. Entscheider wollen Outcomes, nicht Paragrafen.

  3. Kein klarer Next Step (Kontakt versteckt, kein Termin/Rückruf)

    Reibung killt Anfragen. Wer schnell weiterkommt, gewinnt das Erstgespräch.

  4. Trust nur behauptet (wenig Beweise, wenig Substanz)

    High-Trust-Services brauchen Proof: Team, Qualität, Publikationen, Cases, Prozesse.

  5. Content veraltet oder nicht auffindbar

    Wirkt wie Stillstand. Und Stillstand wirkt wie Risiko.

  6. Digitale Services nicht erklärt (Portal existiert, Benefit fehlt)

    Mandanten sehen nicht, warum Zusammenarbeit mit Ihnen einfacher/sicherer ist.

  7. Navigation ohne Prioritäten (zu viel, zu gleich wichtig)

    Nutzer verlieren sich. Und klicken dann gar nicht erst weiter.

  8. Standorte/Ansprechpartner schwer zugänglich

    Verhindert Vertrauen und bremst Kontaktaufnahme („Wer ist zuständig?“).

  9. Veraltetes Design, das nicht zur Marke passt

    Schreckmoment. Bei WP gilt: Wenn der Auftritt alt wirkt, wirkt die Kanzlei schnell „nicht mehr am Puls“. Das kostet Vertrauen und Recruiting-Power.

  10. Schlechte technische Umsetzung (langsam, fehleranfällig, nicht mobil sauber)

    Signalisiert Unprofessionalität. Viele schließen (unfair, aber real) von der Website auf Arbeitsweise, Prozesse und digitale Reife.

Wer einen Relaunch plant: Klare Struktur und definierte Schritte sind entscheidend. Eine Website Relaunch Checkliste hilft.

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FAQ

Positionierung (für wen/welche Branchen), Trust-Assets (Team/Qualitätsnachweise), klare CTA (Termin/Rückruf), Content (Insights) und digitale Services (Portal/DATEV/Workflows). Plus Karriere, wenn Recruiting Ziel ist.

Konkrete Spezialisierung, klare Prozesse („So läuft die Zusammenarbeit“), kompetenter Content zu aktuellen Themen und sichtbare Ansprechpartner. Beweise schlagen Behauptungen.

Durch klare Positionierung, eine eindeutige primäre CTA (z. B. Telefontermin), Landingpages für Zielgruppen/Branchen und Content, der Vertrauen vor dem Gespräch aufbaut.

Weil der Talentmarkt eng ist. Viele Kanzleien nutzen die Website als Hauptkanal für Bewerbungen. Deshalb braucht Karriere eigene Einstiegspfade und schnelle Bewerbungswege.

Startseite schärfen (Positionierung + Trust + CTA), Kontakt entklemmen (Termin/Rückruf), Leistungen nutzenorientiert strukturieren, digitale Services erklären.

FAZIT

Wirtschaftsprüfung verkauft keine Werbeversprechen, sondern Sicherheit, Klarheit und Verantwortung. Genau das muss die Website vermitteln.

Ist Ihre Website heute noch eine Broschüre? Das ist keine Schwäche, sondern eine Chance.

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Martin Kirmaier Vorstand, coma AG martin.kirmaier@coma.de