Comeback der guten, alten Präse PowerPoint, Prezi & Co

Comeback der guten, alten Präse PowerPoint, Prezi & Co

Man kennt sie schon seit der Schulzeit (zumindest die jüngeren unter uns). Was früher über den Overhead Projektor an die Wand geworfen wurde, konnte man bei den besonders coolen Lehrern über einen Beamer bestaunen. Die gute alte Präsentation. Um genauer zu sein: die PowerPoint Präse. Schön waren sie damals schon nicht. Aber Lehrer sind ja auch keine Designer oder Marketing Experten, deshalb sei es an dieser Stelle verziehen. PowerPoint ist mit ca. 60 Mio. Office 365 Abonnenten immer noch allgegenwärtig. Ob das wirklich noch sein muss, was man besser machen kann und welche Alternativen es gibt:

PowerPoint

Jeder kennt PowerPoint. Kaum einer möchte aber damit arbeiten. Vor allem Designern vergeht das Lachen wenn folgender Satz fällt: „Kannst du mir mal die PowerPoint schön machen? Danke!“ Das Problem daran ist, wir können es nicht. Zumindest nicht im Programm selbst. Wieso? Weil es zum Präsentieren gedacht ist. Nicht um darin Layouts zu erstellen. Ein etwas ausgefalleneres Design Element im Corporate Design reicht schon (z.B. eine verspielte Form + Farbverlauf + Icon + Musterüberlagerung). Das in PowerPoint nachzubauen um ein einheitliches Design zu gewährleisten wird schwierig bis unmöglich. Das heißt man muss wieder auf andere Programme wie Photoshop zurückgreifen. Der Worklflow wird dadurch verkompliziert. Und wer ändert das Ganze eigentlich wenn der Designer mal nicht da ist?

Die Bedienbarkeit und Designlimits sind aber nicht das alleinige Problem. Laut einer Studie der Harvard University schneidet PowerPoint nicht besser ab als eine mündliche Präsentation. Sogenannte ZUI Präsentationen (Zoomable User Interface) wie man sie mit Prezi erstellen kann, werden organisierter (13%), einnehmender (16%), überzeugender (22%) und effektiver (25%) als PowerPoint wahrgenommen (Quelle: Forbes). Microsoft scheint es wahrgenommen zu haben und hat mittlerweile Zoom eingeführt.

Wenn man trotzdem weiterhin mit dem Tool arbeiten möchte sollte man aber ein paar einfache Regeln befolgen. Diese hat David JP Philips wunderbar auf den Punkt gebracht.

Prezi (Persönliche Eindrücke)

Prezi

Prezi macht auf den ersten Blick natürlich einen spektakulären Eindruck, da man nicht stupide durch Folien schaltet sondern alles auf einem Canvas animiert ineinander übergeht. So kann man schnell Eindruck hinterlassen, wirkt aber vielleicht auf manchen als reine Effekthascherei.

Sieht man sich auf der Website von Prezi die Beispielpräsentationen an fällt auch schnell auf, dass sie alle extrem ähnlich sind. Es gibt 3-5 Kreise die in weitere 3-5 Kreise reinzoomen. Das einzige was ich mir nach Betrachtung dieser Prezis merken konnte, war die Melonenhandtasche in der Modepräsentation. Die oben erwähnte Studie kann ich also aus meiner Sicht nicht bestätigen.

Sieht man sich auf der Website von Prezi die Beispielpräsentationen an fällt auch schnell auf, dass sie alle extrem ähnlich sind. Es gibt 3-5 Kreise die in weitere 3-5 Kreise reinzoomen. Das einzige was ich mir nach Betrachtung dieser Prezis merken konnte, war die Melonenhandtasche in der Modepräsentation. Die oben erwähnte Studie kann ich also aus meiner Sicht nicht bestätigen.

Was ist Ludus?

Ludus ist eine Web App die sich momentan in der Beta Phase befindet. Die Entwickler dahinter sehen Ludus allerdings nicht als reines Präsentations-Tool. Vielmehr geht es ihnen darum eine Art Baukasten für die unzähligen Anwendungen des Webs anzubieten. Die Plattform soll dabei so simpel und intuitiv wie möglich gehalten werden.

Und das funktioniert bereits erstaunlich gut. Wird man bei PowerPoint noch mit einer Vielzahl von Schaltflächen, Symbolen und Untermenüs überfordert, erinnert Ludus schon mehr an das User Interface der Adobe Programme. Ein Traum für jeden Designer, da der Workflow weitestgehend gleich bleibt.

Was Ludus bereits jetzt so wertvoll macht, ist die Vielzahl an Plug-Ins die zur Verfügung stehen. Über das „Smart Menu“ lassen sich mit wenigen Klicks Inhalte aus u.a. Instagram oder GIPHY importieren. Wer hochwertige und frei nutzbare Stockfotos benötigt kann über die Anbindung zu Unsplash direkt in Ludus auf Bildersuche gehen. Gleiches gilt für die zwei integrierten Icon Bibliotheken (Icons8 und Noun Project). Das beschleunigt den Arbeitsablauf natürlich ungemein. Videos aus Youtube und Vimeo lassen sich genauso leicht einfügen. Und es bleibt einem selbst überlassen ob man sie automatisch abspielt; loopt oder stumm schaltet. Über ein iFrame lassen sich sogar komplette Webseiten in der Präsentation steuern. Selbst 3D Modelle können über Sketchfab interaktiv eingebunden werden. Wiederkehrende Elemente lassen sich in „Smart Blocks“ zusammenfassen und können überall eingefügt werden. Eine Masterfunktion die sich über alle Slides erstreckt ist leider noch nicht vorhanden.

Wer es lieber bodenständiger mag arbeitet mit einfachen Formen, Textflächen und Farbeinstellungen. Per Drag and Drop lassen sich zudem die gängigen Dateiformate einfügen. Auch True Type Fonts werden akzeptiert und anschließend in Webfonts umgewandelt. Den einzelnen Elementen kann man dann zusätzlich eine Farbüberlagerung geben oder mit den (aus Photoshop bekannten) Blending Modes (z.b. Multiplizieren) spielen.

Ludus steckt noch in den Kinderschuhen und einige wichtige Features fehlen noch, darunter Übergänge und Animation zwischen den Folien, aber man sieht jetzt schon, dass daraus etwas großes entstehen kann.

Wer es selbst testen möchte kann sich auf https://ludus.one einen Early Access Zugang beantragen. (Bei mir betrug die Wartezeit ca. 1,5 Wochen.) Das Feedback kann man dem Team dann z.B. in einer Facebook Community mit auf den Weg geben.

Wer wissen möchte welche Features in den nächsten Monaten freigeschaltet werden kann einen Blick auf die Roadmap werfen.

Ludus